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Willkommen in der Gefuehlswelt

Gefühle und Gedanken, die ich (w) bei und nach einem sexuellen Übergriff habe

 

Wenn jemand wider deinen Willen sexuelle Handlungen mit dir macht oder dich dazu bringt, sexuelle Handlungen zu machen, nennt man das einen sexuellen Übergriff. Auch wenn diese Person jemand ist, den du kennst oder gar liebst. Ein sexueller Übergriff beinhaltet alle Grenzverletzungen vom ungewollten Küssen und Petting hin zum ungewollten Oral-, Anal- und Geschlechtsverkehr. Eine Grenzverletzung ist auch, wenn jemand vor dir Selbstbefriedigung macht und du das nicht möchtest, oder wenn du einen Porno schauen musst, oder wenn dich jemand mit Worten sexuell belästigt.
Deine Sexualität gehört dir. Du entscheidest selbst, welche sexuellen Handlungen du wann und mit wem machst.

Deine Gefühle zeigen dir, ob du einen sexuellen Übergriff erlebt hast. Hast du irgend welche komischen, mulmigen oder unangenehmen Gefühle darüber, was eine Person mit dir gemacht hat oder was du mit ihr gemacht hast? Merkst du, dass du darüber grübelst und es dich nicht loslässt? Dann ist es gut möglich, dass diese Person einen sexuellen Übergriff gemacht hat.
Vertrau auf dein Gefühl. Wenn du dich nicht wohl fühlst, ist etwas nicht in Ordnung.

Situationen, in denen du macht- und hilflos bist – und dazu gehören sexuelle Übergriffe – können ganz viele Reaktionen auslösen: Angst, das jemandem mitzuteilen, weil du dich schämst oder schuldig fühlst. Angst, dass das wieder passieren könnte. Wut darüber, dass es passiert ist – auf das Gegenüber sowie auf dich selbst, weil du es zugelassen hast. Es kann sein, dass du dich macht- und hilflos fühlst, und es kann sein, dass du dieses sehr beängstigende Gefühl versuchst, wegzumachen, in dem du dir selbst Vorwürfe machst und die Schuld gibst. Es kann aber auch sein, dass du gar keine Gefühle wahrnimmst – weil es einfach zu viel war. Es kann auch sein, dass du versuchst, das Geschehene zu vergessen und so zu tun, als ob das nicht passiert ist, und dich so zu schützen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist es für dich vielleicht möglich, dich mit dem Geschehenen auseinanderzusetzen. Allein oder mit Hilfe von anderen. Manchmal braucht es sehr viel Zeit, bis das möglich ist.
Alle Gefühle und Reaktionen nach einem sexuellen Übergriff sind normal.

Es kann sein, dass du einen ganzen Wirrwarr von Gefühlen erlebst, weil du die Person, den Übergriff gemacht hat, eigentlich magst, bewunderst oder liebst. Möglicherweise fühlst dich traurig, wütend, verwirrt und hintergangen, weil du dieser Person bis jetzt vertraut hast. Es tut sehr weh, wenn deine Liebesgefühle so verletzt wurden. Ein Mensch, der Übergriffe macht, tut dies nicht aus Liebe, sondern versucht damit die eigenen Macht- und Kontrollbedürfnisse zu stillen. Das bedeutet, dass du dich von dem Bild, das du bis jetzt von dieser Person hattest, verabschieden musst. Es ist normal, wenn dich das sehr traurig macht.
Wenn jemand deine Liebesgefühle ausnützt, ist es normal, dass dich das sehr traurig macht.

Für viele Mädchen und Frauen ist es besonders verwirrend, wahrzunehmen, dass ihr Körper während eines sexuellen Übergriffs sexuelle Erregung verspürt und sie möglicherweise sogar einen Höhepunkt haben. Dabei wollten sie den sexuellen Kontakt gar nicht, fühlen sich schlecht dabei und empfinden vielleicht auch Schmerzen. Die körperliche Reaktion ist normal: Sexuelle Erregung beginnt mit einem Reflex im Körper, den du nicht bewusst steuern kannst und der auf viele Arten ausgelöst werden kann, z.B. durch Berührungen oder durch Angstgefühle.
Wenn du sexuell erregt bist, heißt das nicht, dass du mit einer sexuellen Handlung einverstanden bist.

Wenn deine Grenzen verletzt werden und du dich gegen den Druck eines anderen nicht wehren kannst, ist es normal, dass du Angst bekommt. Das gilt nicht nur für sexuelle Übergriffe, sondern für alle Situationen, die wir nicht kontrollieren können. Vielleicht versuchst du, die Angst zu verdrängen oder zu überspielen. Oder du merkst, dass sie überhand nimmt. Dann ist es eine gute Idee, dir Hilfe zu holen,
Es ist klug, Angst ernstzunehmen.

Möglicherweise machst du dir selbst Vorwürfe. Du denkst Dinge wie: «Hätte ich nur nicht so einen kurzen Rock angezogen» oder «Warum habe ich mich nicht besser gewehrt?» Es ist leichter, sich selbst die Verantwortung zu geben, als sich einzugestehen, dass man sich gegen einen sexuellen Übergriff einfach nicht wehren konnte. Denn das würde einem das Gefühl geben, machtlos und hilflos zu sein und die Kontrolle nicht mehr zu haben. Und das ist für uns Menschen schwierig auszuhalten. Aber manchmal kannst du dich einfach nicht wehren – weil du vor Angst erstarrst oder unter Schock stehst und so tust, als ob nichts passiert. Oder weil das Gegenüber stärker ist. Oder weil du schlicht überrascht und fassungslos bist.
Manchmal kann man sich einfach nicht wehren.

Es kann sein, dass deine Eltern oder deine Freunde dir Vorwürfe machen. Das zeigt dir, wie hilflos und überfordert sie in dieser Situation sind. Möglicherweise versuchen sie aus Hilflosigkeit auch, das Geschehene schön zu reden. Oder vielleicht macht die Person, die den Übergriff gemacht hat, dir Vorwürfe und versucht, dich so nieder zum machen, dass du dich schmutzig und schuldig fühlst. Vielleicht versucht er/sie auch, das Geschehene schönzureden. Damit versucht er/sie, sich selbst vor Beschuldigungen und Anklagen zu schützen und das eigene schlechte Gewissen zu überdecken. Hier helfen dir Gespräche mit unbeteiligten Personen, , damit du klarer sehen und beurteilen kannst, was wirklich geschehen ist.
Beraterinnen in einer spezialisierten Opferberatungsstelle helfen dir, klarer zu sehen.


 

 

     
   

Was kann ich (w) nach einem sexuellen Übergriff tun?

 

  • Glaube dir selbst
    Nach sexuellen Übergriffen beginnen Frauen oft über ihr Verhalten nachzugrübeln und an sich zu zweifeln. Sie fragen sich, ob das, was sie erlebt haben, wirklich ein sexueller Übergriff war und ärgern sich, dass sie nicht aufhören können, darüber nachzudenken.

     
  • Unterscheide Geheimnisse
    Es gibt gute und schlechte Geheimnisse. Gute Geheimnisse gehören zum Intim- und Privatleben aller Menschen. Wenn du einen Freund mit einem Geschenk überraschen willst, wäre es dumm, mit ihm vorher darüber zu reden. Das ist also ein gutes Geheimnis. Wenn du aber immer wieder an eine erlebte Situation denken musst und Angst hast darüber zu sprechen, handelt es sich um ein schlechtes Geheimnis. Mit wem kannst du darüber reden?

     
  • Sprich mit einer vertrauten Person
    Mit so schlimmen Erlebnissen wie sexuellen Übergriffen kannst du nicht allein fertig werden. Sexuelle Übergriffe beschämen und demütigen. Es ist darum nicht leicht, darüber zu sprechen.

     
  • Lass dich durch eine Ärztin untersuchen
    Wenn du verletzt bist oder Angst hast, dich angesteckt zu haben, gehst du am besten zu einer Ärztin.

     
  • Enscheide, ob du eine Anzeige machen willst
    Sexuelle Übergriffe sind Straftaten. Am besten ist es, wenn du dich bei einer spezialisierten Opferberatungsstelle über alles, was zu einer Strafanzeige gehört und was dabei auf dich zukommt, informierst.

     
  • Lass dir Zeit, dich zu erholen
    Es ist verständlich, wenn du dir wünscht, den Übergriff sobald wie möglich zu vergessen. Schlimme Erlebnisse brauchen aber Zeit zum Heilen. Überfordere dich darum nicht.

     
  • Informiere dich über die Folgen
    Wenn du die Folgen kennst, die sexuelle Übergriffe haben können, verstehst du deine Gefühle und dein Verhalten besser.

     
  • Stärke dich selbst
    Um sexuelle Übergriffe zu verarbeiten, braucht es viel Selbstvertrauen und ein gutes Selbstwertgefühl. Alles, was Dir gut tut, ist richtig für dich, auch wenn deine FreundInnen oder deine Eltern anderer Meinung sind.

     
  • Es ist nicht deine Schuld
    Das Wichtigste ist, dass Du nie vergisst: Es ist niemals deine Schuld, wenn jemand deine Grenzen verletzt.


 

 

     
   

Spezialisierte Opferberatungsstellen für Frauen

 

Eine spezialisierte Opferberatungsstelle ist nach dem schweizerischen Opferhilfegesetz anerkannt. In spezialisiserten Opferberatungsstelle arbeiten Beraterinnen, die mit dem Thema «sexuelle Gewalt» vertraut sind. Sie wissen in welcher Situation sich Menschen befinden, die sexuelle Übergriffe erlebt haben. Sie wissen welche Fragen du hast und können dir deine Fragen beantworten. Sie können dich umfassend informieren.

Angebot einer spezialisierten Opferberatungsstelle

  • Persönliche und telefonische Beratung
  • Unterstützung im Rahmen des Opferhilfe-Gesetzes. Mehr darüber erfährst du, wenn du unsere Texte über die Strafanzeige von sexuellen Übergriffen in der Schweiz liest.
  • Information

Die Beraterinnen informieren dich über Hilfs- und Schutzmöglichkeiten. Sie schauen mit dir deine Situation an, und sie planen mit dir, wie es weitergehen kann.

Die Opferberatungsstelle ist für dich da. Du bestimmst, was du erzählen möchtest. Du entscheidest, welche Unterstützung du annimmst und was du weiter tun möchtest.

Alle Opferberaterinnen stehen unter strenger Schweigepflicht. Wenn du deinen Namen nicht sagen möchtest, kannst du auch anonym beraten werden.

Die Beratungen sind unentgeltlich.

Wie nehme ich Kontakt auf?

  • Du kannst telefonieren.
  • Du kannst Briefe oder Emails schreiben.
  • Du kannst telefonisch einen Termin vereinbaren und persönlich dorthin gehen.
  • Du kannst alleine kommen oder jemanden mitbringen.

 Beratungsstellen in Deutschland findest du bei www.hinsehen-handeln-helfen.de.


 

 

     
     

 

 

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